Sommerfrische und Lesevergnügen in Bad Teinach: Ovid

Ovids „Labor der Moderne“.
Selbstversuche mit Eros, Mythos und Exil

Sonntag 8. August – Donnerstag 12. August 2021

Prof. Dr. Melanie Möller, Berlin

Ovids Texte gehören zu den aufregendsten der lateinischen Literatur – und zu den folgenreichsten. Dass die Metamorphosen die (nicht nur) europäische Kultur maßgeblich beeinflusst haben, steht außer Zweifel. Doch konnten auch die erotische Dichtung und die im Exil entstandenen Trauer-Elegien eine breite Nachwirkung entfalten. Allen diesen Texten ist etwas gemeinsam: In ihnen wird die conditio humana, die Bedingung menschlichen Lebens in all ihren – schönen und grausamen – Facetten kunstvoll entfaltet. Die Metamorphosen bieten ein regelrechtes Panoptikum menschlichen und göttlichen Liebens und Leidens, Lebens und Sterbens. In der erotischen Dichtung wird die Liebe selbst zur ultimativen Form der Kunst als eines Ringens um Macht und Möglichkeit; und im Exil steht des Dichters eigene Existenz auf dem Spiel – seiner Kunst. Dabei riskiert sich der Dichter in jedem seiner Werke selbst, erschafft sich neu – und setzt ein Ausrufezeichen hinter die jeweilige Gattung, hinter das keiner, der nach ihm kommt, zurückgehen kann. Diesen Selbst- und Fremdversuchen in den Texten Ovids wollen wir im Seminar nachspüren. Beginnen werden wir mit der Lektüre ausgewählter Partien aus den Amores („Liebeselegien“) und der Ars amatoria („Liebeskunst“) sowie einigen Stücken aus den Heroides („Heldinnenbriefe“), in denen Ovid auch den weiblichen Ikonen des Mythos (s)eine Stimme leiht. Anschließend werden wir uns mit ausgewählten Metamorphosen auseinandersetzen (u.a. Europa, Daphne, Actaeon, Arachne, Narziss, Pygmalion). Schließlich wollen wir in die von Naso, Ovids alter ego, geschaffene Welt des Exils am Schwarzen Meer eintauchen und ausgewählte Elegien aus den Tristien und den Pontus-Briefen studieren.  

Lektüre
zur Vorbereitung: Melanie Möller, Ovid – 100 Seiten. Stuttgart (Reclam) 2016. Eine Textauswahl (deutsche Übersetzungen mit lateinischen Originaltexten zum Vergleich) wird zur Verfügung gestellt.

Die Dozentin:
Melanie Möller ist Professorin für Klassische Philologie mit dem Schwerpunkt Latinistik an der Freien Universität Berlin. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören die Dichtung und Prosa der spätrepublikanischen und augusteischen Literatur, Poetik und Rhetorik, Theorie und Rezeption der antiken Literatur. Im Sonderforschungsbereich 980 „Epistme ein Bewegung“ leiten sie das Teilprojekt B 07: „Die Anekdote als Medium des Wissenstransfers“. Als freie Mitarbeiterin schreibt sie für verschiedene Tageszeitungen. Zuletzt erschienen von ihr: Von Allusion bis Metonymie. Interdisziplinäre Perspektiven auf die Wirkmacht rhetorischer Tropen und Figuren (Heidelberg 2019), Excessive Writing. Ovid in Exile (Heidelberg, 2020) und das Ovid-Handbuch (Stuttgart 2020). Nach Ovid widmet sie derzeit Homer 100 Reclam-Seiten; darüber hinaus bereitet sie eine kleine Monographie zur Rhetorik für Junius vor und gibt den DNP-Supplemente-Band „Antikenrezeption im 19. Jh.“ mit heraus. 

Seminarzeiten:
Sonntag: 17.00 – 18.30 Uhr
Montag/Mittwoch: 09.30 – 10.30 und 11.00 – 12.00 16.00 – 18.00
Dienstag: 09.30 – 10.30 und 11.00 – 12.00, Nachmittag frei
Donnerstag: 09.30 – 10.30 und 11.00 – 12.00

Kursgebühr:
€ 200.-

Organisation: Annegret Wolfram, www.literaturferien.de

Anmeldung:
Bad-Hotel Therme Bad Teinach
75385 Bad Teinach
Otto Neidhart Allee 5
Tel. 07053 – 290
info@bad-hotel.de
www.bad-hotel.de

Bad-Hotel Therme Bad Teinach